“TAXI TAXI”

von Ray Cooney

Komödie in zwei Akten – Pause nach dem ersten Akt

In frecher Harmonie lebt der Taxifahrer und Bigamist John Smith nach einem exakten Stundenplan mit zwei Ehefrauen an zwei Adressen, solange, bis ein Unfall alles durcheinanderbringt und seine besorgten Gattinnen zwei Polizeistellen um Hilfe bitten. Die lässt in Gestalt von zwei harmlosen Polizeiinspektoren nicht lange auf sich warten. Mit Hilfe seines Freundes und Nachbarn Stanley führt John sie in ein Labyrinth phantastischer Ausreden und Lügen, in dem sich die harmlosen Ehefrauen Mary und Barbara in Transvestiten und hysterische Nonnen verwandeln, während der wendige John den entsetzten Stanley mal zum Kind, mal zum homosexuellen Verführer umdichtet. Keinen Ausweg gibt es aus dem Irrgarten, in dem kein Auge trocken und keine Wahrheit übrigbleibt, bis beide Ordnungshüter (und das Publikum) dem Gesetz der Verrücktheit erliegen.

 

Taxifahrer in argen Turbulenzen

KOMöDIE Thalia-Theater erfreut sein Publikum mit einem amüsanten Verwicklungsstück

 

Kerpen-Sindorf. Hans-Josef Pütz weiß genau, was die vielen Stammgäste des Thalia-Theaters erwarten: „Bei uns wollen die Leute mal wieder richtig herzhaft lachen, und zwar möglichst oft vom Anfang bis zum Ende. Es ist allerdings gar nicht so einfach, diesem Anspruch jedes Jahr aufs Neue gerecht zu werden“, gibt der langjährige Regisseur und Schauspieler des traditionsreichen Sindorfer Theatervereins zu bedenken. Um die derzeit a u f Hochtouren laufende Thalia-Spielzeit 2016 muss Pütz sich freilich kein Kopfzerbrechen mehr machen: Mit ihrer turbulenten Inszenierung der Boulevardkomödie „Taxi Taxi“ aus der Feder des britischen Erfolgsautors Ray Cooney erzielen die Thalia-Mimen einmal mehr Höchstwerte
auf der Lachskala.

Kerpen, Sindorfer Thalia-Theater mit „Tax, Taxi“:
Mit seiner turbulenten Inszenierung der Boulevardkomödie „Taxi Taxi“ will der Kerpener Theaterverein Thalia bis Ende November mehr als 3000 Zuschauer begeistern. Foto: Röhrig

 

Die Geschichte dreht sich um den Londoner Taxifahrer John Smith (Klaus Balsmann), der sich mit Barbara (Petra Schild) und Mary (Ursula Klingele) gleich zwei Ehefrauen und zudem zwei Wohnungen zugelegt hat, zwischen denen er hin und her pendelt. Der Bigamist muss zwar streng nach einem ausgeklügelten Stundenplan leben, damit sein Doppelleben nicht auffliegt, aber es klappt – bis ein nächtlicher Unfall, während der Taxischicht den Terminkalender durcheinanderbringt.

Als Smith nach einer Nacht aus dem Krankenhaus entlassen wird, haben seine beiden besorgt Damen unabhängig voneinander zwei verschiedene Polizei Inspektoren (Martin Tim und Hans-Peter Sieger) angerufen und warten nun sehnsüchtig auf die Heimkehr ihres liebsten. Dann mischen sich auch noch der Schwule Nachbar, Bobby Franklyn (Sascha Bücher) und ein neugieriger Reporter (Lukas Pütz) an. Damit sein Doppelleben nicht auffliegt, hilft nur noch eines: gemeinsam mit seinem Kumpel und Nachbarn Stanley Gardner (Hans-Josef Pütz) muss der Taxifahrer ein Lügengebäude von nahe zu babylonischen Ausmaß auf Türmen, dass am Ende natürlich krachend in sich zusammenbricht.

bis dahin vergehen allerdings zwei überaus kurzweilige und humorvolle Theater Kunden. Die Italiana ziehen in diesen kunterbunten Verwirrspiel alle Register des komischen Fach und überzeugen in ihrer gewitterten und trickreich Inszenierung mit ebenso viel Spielfreude wie schauspielerische können. Das Publikum weiß zu schätzen: 17 Aufführungen stehen bis Ende November in Horrem/Sindorfer Schulzentrum an der Bruchhöfe auf dem Kalender, und die meisten werden wie gewohnt ausverkauft sein.

Hinter dem Erfolg steckt allerdings viel Fleiß: ein halbes Jahr lang haben die Thalianer ein bis zweimal wöchentlich geprobt „wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die von der gemeinsamen Liebe fürs Theaterspielen zusammen gehalten wird, sich aber auch sonst prima versteht. Anders würde die Sache über so lange Zeit auch gar nicht funktionieren“, erklärt Hans-Josef Pütz, der ab Januar schon wieder nach dem nächsten Stück Ausschau halten wird. Anführungsstriche“ heute werden wir nicht allzu viel wirklich gute und für unser Ensemble passende Komödien geschrieben. Aber wir werden sicherlich wieder etwas ausgraben.“ Gesucht werden, um die Bandbreite der Stücke Auswahl zu erweitern, auch jüngere Mitspieler – vorzugsweise Frauen ab Mitte 20. Informationen zur Restkarten gibt es bei Hans-Josef Pütz unter 02273/52304 und bei Achim Herold, Herrenstraße 40 in Sindorf, 02273/5235,9. www.thalia-sindorf.de